Aktuelles
Kräuterwanderung vom 12. Mai 2026
Der Klostergarten und seine religiöse Bedeutung
Die Kettiger Naturfreunde besuchten den Klostergarten der Abtei Rommersdorf in Heimbach Weiß. Dort begrüße Naturfreund Patrick Simmer die Teilnehmer und Interessenten im Namen der Naturfreunde Kettig, bevor er das Wort und die Leitung an die Kräuterpädagogin und Pflanzenexpertin Katharina Kindgen weitergab.
Frau Kindgen erklärte den Besuchern die Bedeutung aber auch die ein oder andere heilende Wirkung verschiedener Pflanzen.Im Klostergarten war fast jede Pflanze mehr als Nutzpflanze – sie war ein Sinnbild für Glaubensinhalte, Tugenden und biblische Geschichten. Die Mönche lasen die Natur wie ein Buch und sahen darin Hinweise auf Gott und das Heil.
So erklärte die Expertin die Bedeutung der Marienpflanzen. Sie sind Symbol für Christus und Maria. Viele Pflanzen wurden direkt mit Christus oder Maria verknüpft: Marienpflanzen sind Pflanzen, die in der christlichen Volksfrömmigkeit und Klostertradition mit Maria, der Mutter Jesu, verbunden wurden.
Der Grund: Mönche und Gläubige sahen in Form, Farbe, Duft oder Heilwirkung der Pflanzen Symbole für Marias Eigenschaften – Reinheit, Demut, Schutz, Mutterschaft. Sie wurden im Marienbeet des Klostergartens gepflanzt und oft an Marienfeiertagen geweiht. Dazu zeigte und erklärte Frau Kindgen einige Marienpflanzen vor Ort.
Die Weiße Lilie Galt für Reinheit, Jungfräulichkeit, Unbefleckte Empfängnis. Hintergrund: Die Lilie ist die Marienblume schlechthin. In Verkündigungsdarstellungen bringt der Erzengel Gabriel Maria eine weiße Lilie. Sie steht für Marias Reinheit ohne Erbsünde.
Die Rose oder auch die „Mystische Rose“ galt für Maria als Königin des Himmels, Liebe, Schmerz. Im Marienlob heißt es „Rosa mystica“. Die weiße Rose steht für Marias Reinheit, die rote für ihr Mit-Leiden unter dem Kreuz. Der Rosenkranz leitet sich auch davon ab.
Für Demut und Bescheidenheit standen Marienblümchen / Gänseblümchen die wuchsen dort, wo Marias Tränen auf die Erde fielen. Wegen ihrer schlichten, bodennahen Blüte galten sie als Zeichen für Marias Demut.
Auch die Veilchen standen für Demut und Bescheidenheit. Das Veilchen versteckt sich im Schatten und duftet trotzdem. Das sah man als Bild für Maria, die zurückgezogen lebte, aber eine große Wirkung hatte.
Das Mutterkraut oder Mutterwurz galt als Schutz, Mutterschaft und Geburtshilfe. Der Name kommt daher, dass die Pflanze bei Frauenleiden und Geburten eingesetzt wurde. Man sah darin Marias mütterlichen Schutz.
Die Mariendistel sollte den Schutz Marias und die weißen Flecken auf den Blättern galten als „Milch der Muttergottes“ symbolisieren.
Nach einer Legende entstanden die weißen Flecken, als Maria ihr Kind stillte und ein Tropfen Milch auf die Pflanze fiel. Das Marienbeet lag meist im Zentrum des Hortus conclusus. Es war ein Ort der Meditation. Wenn ein Mönch die Pflanzen pflegte oder betrachtete, sollte er über Marias Tugenden nachdenken und für ihre Fürbitte beten. Viele dieser Pflanzen wurden auch am 15. August zu Maria Himmelfahrt im „Kräuterbuschen“ geweiht.
Rosmarin galt für Treue und Beständigkeit. Er blieb immergrün und erinnerte an die Treue zu Gott. Distel und Dorn sind Symbol für Sünde, Schmerz und die Dornenkrone Christi. Sie erinnerten an den Sündenfall und die Mühsal der Welt. Heilung als Gottesgabe.
Frau Kindgen war auch der Naturschutz ein großes Anliegen. Sie verwies mehrmals darauf das zu viele Gifte und Pestizide im Garten eingesetzt werden obwohl dies absolut schädlich für Natur und Umwelt sei.
Viele Kräuter und Pflanzen regeln Ihr Wachstum selber wie zum Beispiel Minze Melisse oder Baldrian. Auch Beinwell wo sich der Samen und Rhizome von allein vermehren und ausbreiten. Grade deswegen wurden sie auch in Klostergärten bewusst genutzt da Sie pflegeleicht waren und als Apotheke dienten. Die medizinische Nutzung hatte immer auch einen spirituellen Hintergrund. Krankheit galt als Folge der Sünde, Heilung als Gnade Gottes.
Kräuter wie Salbei, Benediktenkraut, Kamille wurden nicht nur angewendet, sondern oft mit Gebeten geerntet. Die Mönche sahen sich als Werkzeuge Gottes, der durch die Pflanzen wirkte. Am Schluss der Exkursion danke Herr Simmer im Namen der Kettiger Naturfreunde allen Teilnehmern und Frau Katharina Kindgen für die Interessante und informative Führung in den historischen Gemäuern der Abtei Rommersdorf.

Teilnehmer der Führung in Rommersdorf. Vorne Mitte Frau Kindgen mit Roter Tasche
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Mitgliederversammlung vom 11.04.2026
Dann berichtete die Kassiererin Christin Minkewitz über eine Abnahme des Vereinsguthaben in 2025, bestätigte aber einen guten Kassenbestand. Der Kassenprüfer Peter Thelen bescheinigt eine gut geführte und ordentliche Kasse und beantragte die Entlastung was einstimmig erteilt wurde. Bei den Vorstandswahlen wurde der Vorsitzende Oliver Hartmann, der Stellvertreter Ralf Arnold und die Kassiererin Christin Minkewitz wiedergewählt. Neu im Vorstand als Schriftführer ist Patrick Simmer und als Beisitzer Christoph Schossig.
Achim Theisen und Birgit Baunach scheiden auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand aus. Als Kassenprüfer wurden Peter Thelen und Gabi Kohns gewählt. Oliver Hartmann dankte den Ausgeschiedenen Vorstandsmitgliedern für Ihre Jahrelange Unterstützung. Auch die Alten und Neuen Vorstandsmitgliedern wurde entsprechend mit Dankesworten gewürdigt.
Ebenfalls Anerkennung fand auch Frau Minkewitz, die neben ihrer Arbeit als Kassiererin, auch die Homepage neu gestaltet hat, als auch an einem neuen Flyer arbeitet. Im Rechenschaftsbericht des alten und neuen Vorsitzenden wurde ein Rückblick auf das Jahr 2025 und eine Vorschau auf 2026 gehalten. Ralf Arnold berichtete über die Musikalische Märchenwanderung mit dem Kirchenchor Kettig, und Patrick Simmer über die Führung auf den Spuren der Römer in Engers.
Bei der Vorstellung des aktuellen Programmes 2026 wurde auf die Kräuterwanderung im Klostergarten Rommersdorf am 12. Mai, der Besuch im Zoo Neuwied, eine weitere Märchenwanderung, eine Führungen in der NS Gedenkstätte Hadamar und auf den Kettiger Weihnachtsmarkt hingewiesen. Alle Termine sind auf der Homepage der NaturFreunde Kettig unter www.naturfreunde-kettig.org nachzulesen. Der Vorsitzende verwies darauf, dass die Zahl der Aktiven weiter knapp ist und es immer schwieriger wird, ein gewohnt abwechslungsreiches, gutes Programm zu organisieren.
Jeder ist willkommen sich beim Umweltschutz, im Sozialen, oder für die Heimatkunde zu engagieren. Wandern, Sport oder Musik sind ebenfalls möglich bei Intresse. Auch in den verschiedenen Projekten, so O. Hartmann, die teils mangels Aktiven zur Zeit ruhen, ist mit zu machen und neue Ideen einzubringen sehr zu begrüßen. In der Kaffeepause berichtet Manfred Schmidt vom Klimabeirat der Verbandsgemeinde Weißenthurm über die Ziele und Ideen des Beirates und warb dafür sich enger zu vernetzen, um gemeinsam mehr für Natur und Umwelt zu erreichen. Am Schluss der Versammlung referierte Helmut Gelhardt vom KAB aus Engers über die Weltwirtschaft den Freihandel und den Kapitalismus, der die Welt nachhaltig verändert hat und weiter negativ von Politik und den Reichen beeinflusst wird.
